Lebensnah

In dieser Rubrik werden wir euch regelmäßig Menschen vorstellen, die etwas Tolles zu erzählen haben. Menschen, die andere zum Lachen oder zum Nachdenken bringen wollen. Oder die vielleicht einfach etwas aus ihrem Leben teilen möchten.

Den Anfang macht Jana. Sie ist 23 Jahre alt und hat einen aufregenden Weg hinter sich. Von klein auf hat Jana Rheuma – aber das hat sie nie daran gehindert ihre Ziele und Träume zu verfolgen. Und genauso wenig hat sie ihre Legasthenie daran gehindert, ein Buch zu schreiben. Der Titel des Buches ist:

„Das kleine Nachtkind und die Reise im Dunkeln“

Erzählt wird ein Abenteuer, das Mut, Durchhaltevermögen und Tapferkeit erfordert. Auf seinem Weg trifft das kleine Nachtkind Menschen, die es gut mit ihm meinem und welche, die ganz andere Absichten haben. Jana hat ihr Buch nicht nur selbst geschrieben, sondern auch alle Bilder selbst gezeichnet! Ihr merkt: reinschauen lohnt sich! Und das könnt ihr direkt hier und das Buch kostenlos downloaden!

Und nun lassen wir Jana selbst zu Wort kommen, sie hat euch einiges zu erzählen 🙂

Jana Nastasi

Jana Nastasi

Hallo,
Mein Name ist Jana, ich bin 23 Jahre alt und lebe im Schwarzwald, zur zeit arbeite ich in einem Kino, die Arbeit dort macht mir sehr viel spaß. Eine Ausbildung habe ich noch keine, denn ich weiß noch nicht was ich will. Ich finde es nicht schlimm, nicht zu wissen was ich will, denn dafür weiß ich ganz genau, was ich nicht will und das ist schon mal einiges was ich weiß. Zu wissen was man nicht will, ist vielleicht sogar noch wichtiger zu wissen, denn jemand der weiß was er will, kann trotzdem nicht wissen, was Morgen sein wird. Ich bin eigentlich ganz zufrieden in dem ganzen nicht wissen was ich will. Ich lebe dadurch sehr viel intensiver und bewusster. Ich lebe im Hier und Jetzt und nicht im Morgen oder Gestern. Ich bin kreativ und liebe die Kunst, egal welche Kunst, mein Weg hat mich immer in eine bestimmte Richtung geführt und auch wenn ich nicht weiß, wo ich ankommen werde, glaube ich nicht, dass ich irgendwo ankommen werde wo ich nicht sein möchte. Ich denke ich komme genau dort an wo ich hingehöre, denn ich höre auf nichts und niemanden, ich höre nur auf mein Herz, auf mein aller erstes Gefühl, selbst dann wenn es nicht der Norm entspricht.

Ich habe das Buch „Das kleine Nachtkind und die Reiße im Dunkeln“ in erster Linie geschrieben um meine eigene Geschichte zu verarbeiten. Ich habe seid Kindesbeinen an Rheuma. Wenn man Rheuma hat, ist das wie eine Reiße im Dunkeln, wahrscheinlich ist es mit jeder Behinderung so, ich kann nur von mir sprechen. Nichts was ich tat war einfach, selbst die kleinsten Dinge nicht. Man muss sich das vorstellen als wäre es ständig Nacht, es ist nicht einfach bei Dunkler Nacht ein Diktat zu schreiben oder den Haushalt zu führen. Ich war an verschiedenen Orten in Krankenhäuser, irgendwann kam ich an einen Ort und an den Punkt, an dem ich nicht mehr wollte, ich hatte das Gefühl, mit gebrochenen Flügeln gefangen zu sein und dass niemand mein rufen hören würde. In mir brannte aber ein kleiner Funken, ich bin mir sicher, dass es Hoffnung war. Dieser kleine Funken war der Schlüssel zu meiner Freiheit. Ich habe alles auf ihn gesetzte und bin „ausgebrochen“ zu einem Feuer, dass stark genug war um den ersten Flügelschlag zu machen. Er war schmerzhaft und kostete sehr viel Kraft aber ich machte noch einen und noch einen und jeder weiter Flügelschlag war diesen Schmerz wert denn das was ich alles dadurch erreichte, war wunderschön! Ich flog durch meine Träume, sie wurden wahr.

Diese Erfahrung wollte ich mit anderen teilen, denn niemand, ganz gleich ob mit oder ohne Behinderung, sollte diese Welt verlassen ohne sich mindestens einen Traum oder ein Ziel erfüllt zu haben. Ich habe dieses Buch geschrieben um anderen Menschen Mut zu machen und sie aufzuwecken. Ich möchte mit der Geschichte sagen, dass es sich immer Lohnt zu kämpfen, ganz gleich in welchem Loch man auch sitzen mag, ganz gleich wie alt man ist, es ist nie zu spät solange man die Hoffnung noch in sich trägt. Jeder schritt bringt einen weiter egal wie klein dieser Schritt ist. Weiter kommen ist sehr wichtig, denn alles was wir sehen oder erleben, die schönen und auch die traurigen Dinge füllen uns aus und lassen uns zu dem Menschen werden, den wir werden sollen. Ich schreibe bewusst „sollen“ und nicht „wollen“ weil es viele Dinge im leben gibt, die wir nicht beeinflussen können, manche Dinge passieren einfach aber das soll nicht heißen, dass wir uns einfach schleifen lassen sollen und gar keinen Einfluss darauf haben wer wir sind oder wie wir sein wollen. Wir können uns zum Beispiel vornehmen, jeden Tag Freundlicher als notwendig zu sein und das Leben dadurch für uns und unsere Mitmenschen jeden Tag etwas Freundlicher und liebevoller gestallten. Stellte euch mal vor, jeder Mensch wäre Freundlicher als er sein müsste nur wegen des Anstands. Eines wollen wir aber alle! jeder von uns möchte vollkommen sein! Der Weg zur Vollkommenheit ist sicher ein weiter und kein einfacher Weg aber wichtig ist, dass man ihn geht, deshalb ist das Weiter kommen und jeder Schritt den wir machen ein großer Schritt, sogar der aller kleinste. Hinfallen ist nicht schlimm, da muss man dann einfach wieder aufstehen, jeder Tiefschlag ist nur dazu da, dass man etwas daraus lernt und es besser machen kann. Es wird immer andere geben, die einem versuchen, etwas auszureden oder die Träume und Wünsche nieder machen oder sie nicht ernst nehmen. Besonders dann ist es schwer nicht selbst den Mut zu verlieren. Wenn keiner an einen glaubt, fängt man manchmal an selbst an sich zu zweifeln, das ist normal aber gerade dann! wenn die ersten Zweifel kommen, sollte man seine Träume noch fester wollen und halten, denn das kann uns manchmal so antreiben, dass wir über uns selbst hinauswachsen.

Ganz oft höre ich Menschen sagen, dass etwas nicht geht, sie sagen es so lange, bis es mal einer macht. Ich glaube ganz fest daran dass alles möglich ist und ich glaube an mich und ich glaube an euch! Habt keine angst vor euren Träumen, macht sie wahr, egal wie verrückt sie für andere auch klingen mögen, macht sie für euch wahr und zeigt den anderen, dass es doch geht!

Alles liebe und gute

euer Nachtkind